Gedanken zum Sonntag 24.05.2020

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Gottes Geist hilft unserer Schwachheit auf

„Ich habe viele Paare getraut, aber meine eigene Ehe habe ich nicht halten können.“, so sagte es eine engagierte und beliebte Gemeindepfarrerin vor vielen Jahren in der Predigt zu ihrem Abschiedsgottesdienst, bevor sie in den Ruhestand ging.
Mich hat dieses nüchterne Eingeständnis damals sehr bewegt. Sich schwach zu fühlen, unzulänglich zu sein, ist eine zutiefst menschliche Erfahrung, die wir immer wieder selbst erleben.
Ich denke da an den Wunsch, mehr Zeit, mehr Liebe und Freundlichkeit in unser Zusammenleben und in manche zwischenmenschliche Beziehung einzubringen.
Ich denke an den Wunsch, im Alltag gelassener zu sein, mehr Verständnis zu haben und weniger zu streiten. Doch wie schnell geraten wir wieder unter Zeitdruck, hören anderen nicht richtig zu, werden unfreundlich, mürrisch oder ungerecht.
Wir nehmen uns vor etwas besser zu machen und schaffen es oft nicht.
„Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ (Matthäus 26,41). Dieser Satz von Jesus ist zu einem geflügelten Wort geworden für die Spannung, die wir bei uns erleben. Ich will schon, aber ich schaffe es nicht.
Der Apostel Paulus schreibt im Römerbrief über dieses menschliche Dilemma zwischen Wollen und Nichtkönnen:
„So hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ (Römer 8,26)
Gottes Geist ist die Kraft Gottes, die Menschen aufrichtet, die Erneuerung und Zuversicht schenkt. Unsere Schwachheit ist nicht alles, denn wir sind nicht nur schwach, sondern uns ist auch die Stärke des göttlichen Geistes geschenkt.
Gottes Geist ist zugleich über uns und in uns. Das können wir nicht weiter in Worte fassen, weil es unser Denken und Verstehen übersteigt.
Gerade wenn wir unfähig sind, wenn wir keinen Sinn mehr entdecken, wenn wir an allem zweifeln, dann arbeitet und wirkt der Geist Gottes im Stillen, in den Tiefen unserer Seele und unseres Herzens und hält die Verbindung zu Gott aufrecht.
Gott ist uns ganz nahe, er überlässt uns nicht uns selbst. Gott kümmert sich um uns, weiss genau, wie es uns geht und um uns steht. Das ist entlastend.
Der Geist Gottes, der den Jüngern und Jüngerinnen an Pfingsten gegeben wurde, polt die Schwachheit nicht einfach um oder wischt sie weg. Aber er bewirkt, dass Menschen zu ihrer eigenen Schwäche und Bedürftigkeit stehen können und gerade dadurch wieder Kraft gewinnen.
Wo alles vor Gott gebracht wird, da entsteht Neues. Da werden Menschen bekräftigt – nicht zu starken Helden, die alles im Griff haben, aber zu Menschen, die andere in den Blick nehmen, die ihr Leben im Zusammenhang mit Gott und den Mitmenschen sehen und leben wollen. Und die aus dem Erleben der eigenen Schwäche wissen: Es ist wichtig neben dem Handeln auch für andere stellvertretend zu beten, so wie der Geist Gottes uns selbst vor Gott vertritt mit unaussprechlichem Seufzen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag
Heidi Noll




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