Nacht ohne Dach

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Eine Nacht - eine Kartonhüte - ein guter Zweck
Barbara Hefti,
"Oh, nein!" schoss es wohl rund 25 Turbenthaler und Wilemer Familien durch den Kopf, als sie am Samstagmorgen aus dem Fenster schauten. Es regnete. Es regnete den ganzen Samstagvormittag und auch noch weit in den Nachmittag hinein. Ausgerechnet an dem Wochenende, an dem die "Nacht ohne Dach" angesagt war.

Eine "Nacht ohne Dach"?
Die "Nacht ohne Dach" ist ein Projekt des tearfund Schweiz. Es hat zum Ziel Jugendliche aus reichen Ländern auf die Situation von Kindern, die in Armut leben müssen aufmerksam zum machen, in dem sie einmal eine Nacht in selbstgebauten Kartonhüten übernachten. So erleben sie hautnah, was es heisst ohne Dach über dem Kopf leben zu müssen und werden gleichzeitig dazu angeregt, Geld für obdachlose Kinder zu sammeln und sich so für mehr Gerechtigkeit auf dieser Welt einzusetzen. Die "Nacht ohne Dach" am 22. Juni 2019 in Turbenthal organisierten die Katechetinnen Kathrin Girschweiler und Barbara Hefti mit ihren JuKis gemeinsam mit Helfenden und Jugendlichen der Evangelisch Methodistischen Kirche Turbenthal.

Ein "Café ohne Dach" eröffnet
Die Unti-Schüler beider Kirchgemeinden kamen trotz Regen gut gelaunt im Kirchenpark der Reformierten Kirche Turbenthal an. Sie brachten neben Schlafsäcken und Essgeschirr auch grosse Mengen an Kartonschachteln mit. Ein Teil dieser Schachteln wurde gleich zu Beginn mit viel Kreativität und Klebeband in Café-Tische und -stühle umgewandelt. Weiterer Karton und Abfall wurden "up-gecycled" und fanden ihre neue Bestimmung in einer Anzeigetafel und einer dekorativen Kasse. Denn schon bald öffnete das "Café ohne Dach" für zwei Stunden seine fiktiven Tore und die Jugendlichen bewirteten Gäste und Besucher unter freiem Himmel mit Kaffee vom Feuer und Kuchen und sammelten so schon die ersten Spenden für das tearfund Projekt.

Eine Nacht für einen guten Zweck
Nachdem der Regen endlich nachgelassen hatte, konnten auch die Hütten für die Nacht aufgestellt werden. Allein oder in Gruppen wurde konstruiert, gespannt, geklebt und mit Plastik abgedeckt. Schliesslich wollten alle, wenn möglich bequem und trocken die ganze Nacht im Freien verbringen. Im Vorfeld hatten die Jugendliche nämlich Sponsoren gesucht, die pro überstandene Übernachtung im Freien einen selbsterwählten Geldbetrag an tearfund spenden.

Nachdem sich alle am einfachen, über dem Feuer gekochten Nachtessen gestärkt hatten, bekamen die Jugendliche Einblick in das Wirken von tearfund in Peru und machten sich anhand des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter Gedanken über die Hilfe am Nächsten.

Einsturz und Wiederaufbau
Kurz vor dem Eindunkeln kam dann noch der letzte Schauer und die Jugendliche erfuhren jetzt tatsächlich hautnah, was es heisst kein Dach über dem Kopf zu haben und den Elementen ausgesetzt zu sein. Eine der Hütten konnte trotz beherztem Rettungseinsatz dem Regen nicht standhalten und sank als nasse, klebrige Kartonmasse zu Boden. Mit der Hilfe aller, konnte noch rasch eine Ersatzunterkunft erstellt werden und da der Himmel sich ab da nur noch von seiner klaren Seite zeigte, schliefen schliesslich doch alle im Trockenen.

Am Sonntagmorgen krochen dann müde, aber durchwegs zufriedene Jugendliche aus ihren Behausungen. Sie erarbeiteten sich das Frühstück mit der Herstellung von Kartonblumen, die sie anschliessend den Besuchern des Konfirmationsgottesdienstes verkauften und so weitere Spendengelder sammeln konnten. Dank dem einzigartigen Einsatz aller Beteiligten wurden so an diesem Wochenende rund 3'300 Franken für obdachlose Jugendliche in Peru gesammelt.
Nacht ohne Dach
Impressionen vom JuKi-Anlass "Nacht ohne Dach" (22./23. Juni 2019)
25.06.2019
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