Wo der «Grüne Güggel» gerne verweilt

Rezertifizierung Grüner Güggel 17.06.26 (Foto: Martin Kieser)
Seit vier Jahren ist in der Kirchgemeinde Turbenthal-Wila der «Grüne Güggel» bekannt. Die meisten haben schon davon gehört, viele finden es gut, aber wenige wissen, worum es eigentlich geht.
Nun, der «Grüne Güggel» ist eigentlich das, was das «Energie-Stadt»-Label für die Gemeinde Turbenthal ist. Es ist die Verpflichtung, sich in allen Belangen an einer nachhaltigen, ökologisch sinnvollen und naturgerechten Ausrichtung zu orientieren. In unserer Kirchgemeinde wachsen also einheimische Pflanzen. Man trennt Abfall. Wir heizen mit Bedacht. Im Bistro trinkt man Tösstaler Wasser. Es wird mit biologisch abbaubaren Mitteln geputzt. Die Sicherheit von uns allen wird beachtet. Und so fort – es ist eine Vielzahl von Massnahmen, die die Umweltkommission seit vier Jahren beschlossen und zu einem schönen Teil bereits umgesetzt hat.
Instrumente dazu sind etwa der Umweltbericht. In diesem wird das gesamte Wirken beschrieben. Im Umweltprogramm wiederum werden künftige Massnahmen und Ziele festgehalten. Über allem stehen unsere Schöpfungs-Leitlinien, sozusagen unsere Verfassung. Denn in der Bibel finden sich durchaus verlässliche und sinnvolle Hinweise zur Bewahrung unserer Schöpfung. In einem jährlichen Audit wird jeweils Bilanz gezogen, teils auch eng begleitet durch eine externe Fachperson.

Nach vier Jahren wird die gesamte Umsetzung des «Grünen Güggels» begutachtet. Daher war letzthin Dietmar M. Cords, ein äusserst versierter Auditor, bei uns zu Gast und hat unser Wirken geprüft. Und zwar auf Herz und Nieren. Vom WC-Papier bis zu Bundesgesetzen und deren Umsetzung, vom Verfalldatum des Inhalts der Feuerlöscher bis zum Stromverbrauch der Kirche – einfach alles kam aufs Tapet. Tabellen, Daten, Kennziffern – alles wurde geprüft. Und die Anerkennung für die minutiöse und bestens vorbereitete Arbeit unserer Finanzverantwortlichen, Iris Muhs, blieb auch nicht aus. Sie konnte auch noch die entlegenste Frage zuverlässig und prompt beantworten. So konnte der akribische Auditor abschliessend eine rundum gute und in allen Einzelheiten schlüssige Arbeit konstatieren und er gratulierte dem scheidenden Präsidenten der Umweltkommission, Martin Spörri, und dessen Nachfolger, Raphael Thürlemann, herzlich. Vor allem empfahl er uns, durchaus an die grosse Glocke zu hängen, dass in unserer Kirchgemeinde die CO2-Emissionen um gut einen Drittel vermindert werden konnten.

Bei einem vielfältigen Apéro-Buffet, mit welchem Erna Brüngger exemplarisch aufzeigte, dass ökologische und nachhaltige Produkte sehr viel Genuss und Glücksmomente bewirken können, freute sich die Umweltkommission über das überaus schöne Resultat. Und macht sich nun auf, dem «Grünen Güggel» in unserer Gemeinde auch für die kommenden vier Jahre ein gutes und artgerechtes Dasein zu bereiten.

Martin Kieser, Kirchenpflege